The world is full of magical things patiently waiting for our wits to grow sharper.

Bertrand Russel

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Thursday, March 24, 2016

Evidence for the Absence of God

Hermann Hesse - Das Glasperlenspiel

Dienst
Im Anfang herrschten jene frommen Fürsten,
Feld, Korn und Pflug zu weihen und das Recht
Der Opfer und der Maße im Geschlecht
Der Sterblichen zu üben, welche dürsten
Nach der Unsichtbaren gerechtem Walten,
Das Sonn' und Mond im Gleichgewichte hält,
Und deren ewig strahlende Gestalten
Des Leids nicht kennen und des Todes Welt.

Längst ist der Göttersöhne heilige Reihe
Erloschen, und die Menschheit blieb allein,
In Lust und Leides Taumel, fern vom Sein,
Ein ewiges Werden ohne Maß und Weihe.

Doch niemals starb des wahren Lebens Ahnung,
Und unser ist das Amt, im Niedergang
Durch Zeichenspiel, durch Gleichnis und Gesang
Fortzubewahren heiliger Ehrfurcht Mahnung.

Vielleicht, daß einst das Dunkel sich verliert,
Vielleicht, daß einmal sich die Zeiten wenden,
Daß Sonne wieder uns als Gott regiert
Und Opfergaben nimmt von unsern Händen.



Vielleicht, daß einst das Dunkel sich verliert, Vielleicht, daß einmal sich die Zeiten wenden.../Perhaps some day the darkness will be banned, Perhaps some day the times will turn about... - Hermann Hesse


Worship

In the beginning was the rule of sacred kings
Who hallowed field, grain, plow, who handed down
The law of sacrifices, set the bounds
To mortal men forever hungering
For the Invisible Ones' just ordinance
That holds the sun and moon in perfect balance
And whose forms in their eternal radiance
Feel no suffering, nor know death's ambience.

Long ago the sons of the gods, the sacred line,
Passed, and mankind remained alone,
Embroiled in pleasure and pain, cut off from being,
Condemned to change unhallowed, unconfined.

But intimations of the true life never died,
And it is for us, in this time of harm,
To keep, in metaphor and symbol and in psalm,
Reminders of that sacred reverence.

Perhaps some day the darkness will be banned,
Perhaps some day the times will turn about,
The sun will once more rule us as our god,
And take the sacrifices from our hand.

Hermann Hesse – The Glass Bead Game



Monday, January 27, 2014

Wilhelm Tell me


Ever and again there must also be a specimen of my sort,
otherwise the revolution and the struggle of the imagination
against the damn "reality" would die out.
   
Hermann Hesse, Unpublished Letters
 

Tuesday, October 22, 2013

Die Bilder, die in uns sind

Die Dinge, die wir sehen, sind dieselben Dinge, die in uns sind.[...] - Hermann Hesse, Demian

The things we see, are the same things that are within us. There is no reality except the one contained within us. That is why so many people live such an unreal life. They take the images outside them for reality and never allow the world within to assert itself. You can be happy that way. But once you know the other interpretation you no longer have the choice of following the crowd.



Friday, August 23, 2013

Bookmark: what cold light brutally disfigures

Es gibt den Weg in die vom kalten Neonlicht bestrahlten Regionen der scheinbar vollkommenen Bewußtheit und Vernünftigkeit. Es gibt aber für den, der diese Regionen durchschritten hat, wieder Land, wieder Wärme, wieder Unschuld und Liebe. Nicht durch Flucht, sondern durch Transzendieren der kalten Regionen wird das erreicht, kann wieder verlohren gehen und kann wieder erreicht werden.
Hermann Hesse, Unveröffentliche Briefe


Google Translation, slightly modified:
Hermann Hesse, Unpublished Letters

Thursday, August 1, 2013

What's the matter with Calamity anyway?

Den Glauben, dass uns kein Glück oder Unglück geschieht - Hermann Hesse

"I have always believed, and I still believe,
that whatever good or bad fortune may come our way
we can always give it meaning and transform it into something of value.”
 Hermann Hesse, Siddhartha 


~
Just patiently keep walking... to make it on home again.


 

Tuesday, July 16, 2013

Stufen

Stufen (Stages) Hermann Hesse


Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!